Freigänger

By Michael Schmidt - schlafender-soldat@yahoo.de
published May 22, 2020
3288 words
Summary

Bauarbeiter Răzvan demonstriert einem jungen Mann, worin seine Fähigkeiten eigentlich bestehen.

NACH SEINER SCHICHT hatte Răzvan gute Laune. Während die anderen Bauarbeiter ausgelaugt in den Wohncontainern verschwanden, macht er sich auf, um die unbekannte Stadt zu erkunden. Der große Marktplatz lag in goldenem Licht, im Schlosspark roch die Abendluft nach Nadelwald und gerade als Răzvan die mittelalterliche Brücke überquerte, tauchte die Sonne in den Fluss. Die Straßenlaternen blinkten auf.

In einer Kneipe fand Răzvan einen kleinen Tisch in der Ecke und bestellte sich eine Saftschorle. Endlich konnte auch der junge Mann ausruhen, der dem Bauarbeiter schon eine ganze Weile gefolgt war. Er setzte sich so an die Theke, dass er den Südosteuropäer weiter gut beobachten konnte. Was für ein bildschöner Kerl! Auf dem Marktplatz war ihm sofort die breite Statur aufgefallen, die starken Schultern. Die schwarzen Haare trug er kurzgeschoren, genau wie es dem jungen Mann gefiel. Als die Kellnerin das Steak serviert hatte, verließ er mit seinem dreiviertel Glas Bier die Theke und schlenderte zu dem Tischchen in der Ecke.

»Guten Abend, ist bei Ihnen noch frei?«

Răzvan schaute auf und blickte in das Gesicht des jungen Mannes: Klare, braune Augen, eine gerade, etwas lange Nase und freundlich gekräuselte Lippen. In der Hand ein Glas Bier. Etwas gefiel Răzvan an dem Fremden, vielleicht dessen entschlossene Art, und machte er eine einladende Geste. »Bittäschon, setz dich«, sagte der Bauarbeiter und ließ bereits im ersten Wort seinen deutlichen Akzent erkennen.

Der junge Mann stellte sein Bier ab und nahm Platz. Einen Moment noch blickte er seinem Gegenüber in die dunklen Augen, schaute dann auf seine Hände und fragte das Offensichtliche: »Woher kommst du? Serbien? Bulgarien?«

»Romanien, Constanța. Bin für Arbeit hier, seit paar Tage.« Răzvan schnitt ein weiteres Eckchen vom Steak ab und kaute.

»Ich hoffe, dir gefällt’s. Wenn du magst, zeig ich dir was von der Stadt«, schlug der junge Mann vor und nippte am Bier. »Was arbeitest du?«

Er sei Bauarbeiter, erzählte Răzvan, kenne sich gut mit Holzkonstruktionen aus, Dachstühle und so weiter. Im Augenblick war er am Konzerthaus beschäftigt, das eine komplexe Holzdecke bekommen sollte. Răzvan liebte seine Arbeit. Er las mit Freude die detaillierten Pläne, überwachte seine Arbeiter und packte beim Verschränken der Balken gern selbst mit an. Holz war einfach ein wunderbares Material.

Der junge Mann hörte dem Bauarbeiter aufmerksam zu und ermunterte ihn mit freundlichem Lächeln. Răzvan fiel das Erzählen immer leichter, ihm kamen die Worte wie von selbst und auch der rumänische Akzent schien schwächer zu werden. Er aß sein Steak, plauderte und fühlte sich wohl. »Was ist dein Arbeit?«, fragte er den jungen Mann, der sich noch ein Bier bestellt hatte.

»Ich bin an der Uni. Nein, weder Student noch Professor, sondern Mitarbeiter in der Verwaltung.« Er sei gern dort, versicherte er, und komme oft mit klugen Menschen ins Gespräch. Außerdem ließe ihm die Arbeit Zeit, ein wenig zu schreiben. Ach, für einen Roman fehle ihm die Geduld, aber Geschichten habe er schon einige geschrieben – auch veröffentlicht, in Magazinen oder im Internet. Worüber er schreibe? Das sei ganz unterschiedlich, zum Beispiel …

Ein junger Mann mit Fantasie, das gefiel dem Bauarbeiter. Ein hübsches Gesicht hatte er außerdem und vermutlich einen ganz ansehnlichen Körper. Und allem Anschein nach fand der Mann den Bauarbeiter attraktiv. Schließlich war er ihm mindestens seit dem Schlosspark hinterhergelaufen. Răzvan lächelte: Er würde das Spielchen mitmachen.

»… oder auch kleine Alltagserlebnisse, was mir eben einfällt.«

»Vielleicht habe ich Geschichte für dich, unterbrach Răzvan den Erzählfluss des jungen Mannes. »Wenn dir gefällt, schenk ich dir und du kannst sie schreiben.«

Er sei nämlich gar kein normaler Bauarbeiter, nur zur Tarnung. Eigentlich beauftrage man ihn immer dann, wenn ein Bauprojekt besondere Herausforderungen bereithält. Mit seinen Fähigkeiten würde Răzvan dann dafür sorgen, dass auf dem Bau alles rund läuft …

»Was sind das denn für Fähigkeiten?«

»Das nicht so wichtig. Sagen wir, mir fällt leicht, Ziele erreichen und Ereignisse geschehen machen. Es ist jahrelange Erfahrung, viele Jahre, wirklich sehr viele Jahre. Hör nur zu, dann du verstehst. Einfach nur zuhören.« Oft werde er auch für Baustellen gebucht, damit eben nicht alles rund läuft. Damit es zu Verzögerungen kommt, Zeitpläne aus den Fugen geraten, Missgeschicke auftreten. Geringfügige, zufällige Störungen, welche komplizierte Projekte wirkungsvoll ausbremsen. Je nachdem, wofür ein Konkurrent bezahlt hatte.

»Das Böse beherrsche ich nämlich noch besser«, raunte Răzvan mit einem geheimnisvollen Lächeln.

Der junge Mann zuckte zusammen. Er hatte sich völlig in der Erzählung des Bauarbeiters verloren. Wer war dieser kräftige Kerl, der jetzt so fesselnd sprach, als gingen seine Worte dem jungen Mann direkt in die Seele? Und: Schimmerte da nicht ein bläuliches Leuchten in den dunklen Augen, seit er über das Böse gesprochen hatte? Der junge Mann schaute noch genauer hin, als Răzvan mit tiefer Stimme fortfuhr.

»Ihr hier seid aufgeklärt und rational, ihr glaubt nicht mehr an das Böse. Darum könnt ihr nicht sehen. In manchen Dörfern meiner Heimat ist das noch anders: Da gibt es Rituale, wie man böse Mächte vertreibt, und Schutzzauber, von denen einige sogar wirken – ob du glaubst oder nicht.«

Unwillkürlich nickte der junge Mann. Wer an das Böse glaubt, der konnte sich vielleicht schützen. Wer das Böse nicht sieht, mit dem hat es ein leichtes Spiel.

»Aber wer sich gegen das Böse schützen will, der wird misstrauisch. Überall vermutet er schlechte Absichten, beäugt Fremde mit Skepsis, bleibt engstirnig. Weißt du, in jenen rumänischen Dörfern … dort wärst auch du böse: Ein junger Mann, der sich einfach zu einem Fremden an den Tisch setzt, der sich nicht zurückhält, der einfach dem folgt, worauf er Lust hat. Aber das ist nicht böse, sondern mutig und gut. Mir gefällt das sehr.«

Ein wohliges Gefühl durchströmte den Körper des jungen Mannes und entspannte alle Muskeln. Er ließ die Schultern sinken und atmete ruhig aus. Je länger er zuhörte, desto entspannter wurde er. Lag es an dem bläulich leuchtenden Augen? An der tiefen, klangvollen Stimme? Schon längst hörte der junge Mann nicht mehr jedes Wort seines Gegenübers, die Erzählung war mehr zu einem Klangteppich geworden. Und das war in Ordnung so. Er konnte einfach entspannt zuhören, sich auf seinen Atem konzentrieren und nur dem Klang dieser Stimme lauschen.

»Ich finde es herrlich, wenn ein гей seine Begierden nicht versteckt. Und ist es nicht angenehm, dem Trieb einfach nachzugeben?« – Der junge Mann brummte zustimmend, schien aber eher im Halbschlaf vor sich hinzuträumen. – »Spürst du, wie deine Lust durch deinen Körper flutet?« – wieder ein zustimmendes Brummen.

»Du hast einen schönen Körper, du hältst dich fit. Deine kräftigen, durchtrainierten Arme. Berühre sie ruhig und spüre die warme Lust, das Leben, die Kraft. Streichle über die Muskeln, fühle, wie sie sich bewegen, anschwellen, sich entspannen …

Ohne darauf zu achten, bewegten sich die Hände das jungen Mannes und strichen über seine Arme. Er fühlte eine angenehme Wärme, spürte die schönen Muskeln arbeiten. Verträumt folgte sein Blick den Fingern und es kam ihm vor, als würde sein Pullover immer blasser werden und schließlich verschwinden. Die Hände glitt über die feinen Härchen auf den Armen und es fühlte sich so wunderbar an. Wie von ganz weit weg nahm er die Stimme des Bauarbeiters wahr und begann seine Schultern zu streicheln. Sein Nacken fühlte sich muskulöser an, je länger er ihn berührte, so wie auch seine Arme dicker geworden waren. Als er ganz zärtlich mit den Fingern seine Brustwarzen umkreiste, hatte sich schon das Unterhemd aufgelöst.

Während der ganzen Zeit sprach der Bauarbeiter mit ihm, auch wenn er zu beschäftigt mit seinem eigenen Körper war, um etwas davon mitzubekommen. Und tatsächlich traten die Bauchmuskeln deutlicher hervor, als er mit den Händen darüber streichelte, genau wie sein Gegenüber es gesagt hatte. Ein Körper voller Begierde, ein Körper der Lust macht.

Răzvan grinste, als er dem jungen Mann zuschaute. Mit verführerischen Worten lenkte er dessen Hände hinunter zu den Füßen, ließ ihn mit den Zehen spielen, die Unterschenkel strammer streicheln, so dass nach Schuhen und Socken nun auch die Hose verschwunden war. Detailliert beschrieb Răzvan, wie die Hände des jungen Mannes über dessen Oberschenkel fuhren, kräftige Oberschenkel und schließlich im Schritt ankamen. Und wie seine Hoden leicht anschwollen und sich der Schwanz versteifte, dabei ein bisschen länger und dicker wurde und was für ein unglaublich beglückende Gefühl das war.

»Und langsam, ganz langsam kannst du jetzt wieder zu dir kommen. Genieße deinen athletischen Körper, bleib an deinem Schwanz und halte ihn angenehm steif, schön füllig und schwer. Gib deiner Lust einfach nach und sei gut zu dir.«

Es war eine angenehme Erregung, die den jungen Mann flutete. Kein aufgeregtes, zielgerichtetes Wichsen, nur ein andauerndes, liebevolles Streicheln. Er spürte seine Haut, überall, und fühlte sich von innen gewärmt, befreit und zufrieden. Als er allmählich die Augen aufschlug, war gerade die Kellnerin an den Tisch getreten.

»Ich dich einladen, mach keine Gedanken«, beruhigte ihn der Bauarbeiter und holte Scheine aus seiner Geldbörse.

Der junge Mann machte sich keine Gedanken. Mit der linken Hand kniff er sich zärtlich in eine Brustwarze, die rechte knetete sanft seine Eichel. Tiefentspannt schaute er sich in der Kneipe um. Die meisten der Gäste blickten in seine Richtung, lächelten ihn an. Ohne Zweifel zog sein nackter Körper die Blicke auf sich. Eine Frau am Nebentisch zwinkerte ihm zu, als würde sie ihn jetzt selbst gerne streicheln. Der junge Mann zwinkerte zurück. Er fühlte sich wohl und genoss es, sich so frei zu fühlen. Ein älterer Herr an der Theke lachte, als erinnere er sich, wie schwer es ihm selbst in der Jugend gefallen war, seine Triebe unter Kontrolle zu halten.

»Kommst mit?«, fragte Răzvan als er vom Tisch aufstand. »Ich möchte gerne Stadtführung von dir, danach wir können bei mir was trinken.« Wieder dieses dämonische Blitzen in den dunklen Augen. Der junge Mann lächelte glücklich und folgte dem angeblichen Bauarbeiter splitterfasernackt hinaus auf die Straße.

Im Grunde liefen sie dein gleichen Weg zurück, nur diesmal nebeneinander. Mit einer Hand massierte der junge Mann sich die ganze Zeit über den Schwanz, um diese angenehme Fülle aufrecht zu halten. Manchmal streichelte ihm Răzvan über den Rücken hinunter zum Po, er genoss es, den jungen Mann so ungezwungen mit ihm spazieren gehen zu sehen.

Auf der mittelalterlichen Brücke war der Nackte einmal fast soweit, bei schnellem Wichsen und aus tiefster Kehle stöhnend auf das Kopfsteinpflaster zu spritzen, doch Răzvan bremste ihn: »Langsam, junger Mann, mach langsam. Nimm deine Hände für einen Moment weg, atme entspannt durch, beruhige dich und genieße die Erregung. Du musst nichts erledigen, nichts zu Ende bringen, alles ist gut so wie es gerade ist. Koste diesen wunderbaren Zustand richtig aus.«

Zwei junge Frauen schlenderten an ihnen vorbei: »Fast so einen großen hatte mein Ex-Freund auch, aber der war eine echte Niete im Bett.« Sie kicherten und drehten sich noch mehrmals nach dem nackten Mann um.

Der war inzwischen wieder in einen ruhige Wolke aus Erregung zurückgesunken, nicht am Rand zum Orgasmus, sondern eher betäubt und lustvoll enthemmt. Er bekam kaum mit, wie er dem Bauarbeiter in den Schlosspark folgte.

»So ist gut, gib dich ganz deinem Trieb hin. Du musst nichts mehr denken, gehorche einfach deinem Instinkt«, hauchte ihm Răzvan ins Ohr, während er ihm die Schulter und sich selbst den Schritt streichelte. »Weißt du, wenn du gerade abgespritzt hättest, wäre unser Spiel schon vorbeigewesen. Sobald du nämlich zum Orgasmus kommst, geht deine Erregung zurück und langsam taucht auch deine Kleidung wieder auf. Und das wollen wir doch noch nicht, oder?«

Der junge Mann brummte nickend und fuhr sich mit den Händen die Innenseite seiner Oberschenkel entlang. Er war in einer ganz anderen Welt, so abgelenkt, dass für ihn nichts mehr wichtig war, als seine Erregung zu genießen. Obwohl es ein frischer Abend war, fühlte er sich angenehm warm, genauso wie er sich angezogen gefühlt hätte.

Einige Male blieben sie im Park stehen, kuschelten sich aneinander, berührten sich gegenseitig und küssten sich zwischen den Hecken. Beim Weitergehen erzählte Răzvan mehr von seiner versprochenen Geschichte:

»Eigentlich sind wir Dämonen gar nicht so mächtig, wie ihr Menschen glaubt. Klar, wir können praktisch alles verändern, euch euren Willen nehmen, euch in Besitz nehmen und beliebig zu unseren Sklaven machen. Wir haben aber eine große Schwäche: Unsere Macht wirkt nur dann, wenn wir in eurer Nähe sind. Leider werde ich nicht lange in dieser Stadt bleiben und vermutlich ist das sogar unsere einzige Begegnung. Und morgen wirst du dies alles hier vergessen haben, es wird dir vorkommen wie ein schöner Traum.«

»Ein so schöner Traum«, stöhnte der junge Mann, zu viel mehr war er nicht fähig.

»Aber es gibt eine Möglichkeit, damit du mich immer an mich erinnerst, hörst du? Ich sehe, wie gut dir unser Spiel gefällt – und wenn du willst, kannst du das immer wieder haben. Ich werde dich einfach dreimal fragen, dann ist es besiegelt. Jetzt zum ersten Mal: Willst du diesen Zustand auch in Zukunft wieder erleben, unbekleidet deine Lust genießen, so dass jeder sehen kann, wie erregt du bist?«

Der junge Mann sog hörbar die Luft ein und mit der Hand auf den Hoden antwortete er: »Ja, das will ich.«

»Dann komm mit«, befahl der Dämon und führte seinen Begleiter stolz über den Marktplatz. Hier waren wieder mehr Menschen unterwegs und alle schauten sie dem muskulösen Mann hinterher, der ungeniert wichsend und nackt hinter dem Rumänen herlief. Viele der Passanten hatten ein verlegenes Lächeln im Gesicht, manche bewunderten den Nackten mit offenem Mund, ein älteres Mütterchen vor dem Brunnen seufzte sehr mitleidig. Von einer Gruppe ausgelassener Kerle erntete der junge Mann johlende Rufe und Pfiffe, doch er grüßte nur vergnügt zurück.

Wenige Minuten später standen beide vor dem Container, den Răzvan für seine Zeit auf der Baustelle bewohnte. Innen gab es eigentlich nur einen Tisch mit Stuhl, eine Kaffeemaschine, den Kleiderständer in der Ecke und ein breites Bett.

»Du bist mitgekommen in mein kleines Reich«, lächelte sich der Dämon. »Dann frage ich dich: Willst du auch zukünftig deine Kleider verschwinden sehen, immer wenn du erregt bist? Willst du dich frei und hemmungslos deiner Begierde hingeben und auf jeden Mann zugehen, der dir gefällt? Ich versichere dir, du wirst kaum Ablehnung erfahren und viele beglückende Erlebnisse haben. Also zum zweiten Mal: Willst du das?«

»Ich will«, stöhnte der andere, die Fingern wieder bezeugend auf seine Hoden gelegt, und ließ sich zum Bett führen.

»Dann leg dich hin«, befahl der Dämon und seine Augen glühten intensiv blau. Während der junge Mann sich überall streichelte, hängte Răzvan seine Klamotten über den Kleiderständer und holte ein Kondom aus der Tischschublade. »Auch wenn du völlig enthemmt bist, passt du immer auf dich auf, hörst du? Du wirst dir diesen athletischen Körper mit ein wenig Training erhalten und gibst acht auf deine Gesundheit, ja?«

»Ich pass auf«, versprach der junge Mann, »und jetzt fick mich endlich, bevor ich komme.«

Răzvan musste lachen, streifte sich das Kondom über und kniete sich aufs Bett. Sehr vorsichtig drang er in den aufgeheizten Mann ein und beobachtete fasziniert, wie sich dessen Gesicht von dem kurzen Schmerz verzog, sich dann entspannte und mit einem tiefen Stöhnen die Augäpfel nach oben rollten. Langsam bewegte der Dämon sein Becken. Der junge Mann nahm den Rhythmus auf und versuchte, sich noch enger heranzudrücken.

Zwischen den Stößen und hörbar erregt, fuhr der Dämon fort: »Ich frage ein letztes Mal: Nimmst du diesen Fluch an?« Er packte den Mann am Schwanz und übernahm das Wichsen. »Sobald du abspritzt, ist unsere Sache besiegelt.« Wichste den Mann schneller. »Ich werde in dir kommen und mein Fluch gilt.« Fiel in das Stöhnen des anderen ein. »Du wirst es immer wieder erleben.« War kurz davor, waren beide kurz davor. »Unterwirfst du dich deiner Lust?«

Euphorisch schrie der Mann, stimmte zu, ließ es geschehen, spritzte sich auf die Brust. So ergoss sich auch der Dämon und gröhlte: »Dann sei verflucht, wie du es wolltest.«

Ihre Körper rieben sich aneinander, führten die Bewegung noch einige Augenblicke ohne sie fort, bis sie schließlich erschöpft zusammensanken. Sie glühten, umarmten sich und streichelten einander auf dem Bett im Wohncontainer.

Als der Dämon das Kondom abstreifte, kicherte der junge Mann, denn der Samen darin leuchtete in einem kräftigen Blau. »Ist nur, solange es warm ist«, erklärte Răzvan. »In ein paar Minuten sieht es fast menschlich aus. Aber schau dich an!«

Die Haut des jungen Mannes begann sich stellenweise zu verändern, wurde rauer und dunkler. Es war seine Kleidung, die jetzt zurückkehrte. Kaum eine Minute später war der Stoff wieder undurchsichtig und der junge Mann vollständig bekleidet wie zuvor.

»Du bist jetzt verflucht, junger Mann. Wann immer du Begehren spürst, wann immer du erregt wirst, verschwindet deine Kleidung, egal wo du dich befindest. Jeder kann sehen, wenn dein Treib dich packt, und du wirst es voll auskosten.«

Der junge Mann lauschte glücklich und driftete in Gedanken ab, wo er überall zu einem erregten, nackten Kerl werden würde.

»Es wird dich zu einem selbstbewussten, lustvollen Mann machen und du wirst dadurch in viele, geile Situationen geraten. Du hast nur zwei Möglichkeiten, es zu verhindern: Entweder du zügelst dich und bemühst dich, deine Erregung abklingen zu lassen. Oder du gibst dich hin, kommst zum Orgasmus und erhältst dann deine Kleidung zurück.«

Bei der Vorstellung der völligen Hingabe begannen die Klamotten des jungen Mannes schon wieder ein wenig durchscheinend zu werden.

»Technisch gesehen ist es ein Fluch, aber betrachte es als mein Geschenk an dich. Und damit endet die Geschichte, die ich dir versprochen habe. Bitte geh jetzt, ich muss noch ein wenig arbeiten.«

Der junge Mann fühlte eine unheimliche Dankbarkeit und umarmte den Dämon, bevor er sich auf den Heimweg machte. Er träumte wild. Als er am nächsten Morgen aufstand, öffnete er als allererstes seinen Laptop und tippte ohne Unterbrechung Răzvans Geschichte in eine Textdatei. Er würde sie ins Internet stellen und hoffen, dass ihre Leser die gleiche Erregung spüren wie er selbst am Abend zuvor.

Schon am späten Nachmittag war die komplizierte Dachkonstruktion des Konzerthauses fertig gestellt. Das zuständige Team an Bauarbeitern reiste noch vor Einbruch der Dunkelheit ab. Fast unheimlich, wie schnell es vor sich gegangen war.


Notiz des Autors: Ich freue mich sehr über Kommentare hier. Persönliche Anmerkungen gerne per Mail an schlafender-soldat@yahoo.de.

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